Zehn junge Kurzfilme gewinnen beim 22. Jugendvideopreis Sachsen-Anhalt

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Foto: Sebastian Vandrey

350 begeisterte Zuschauer, 23 nominierte Filme und zehn glückliche Gewinner: Am 20. November 2016 wurden beim Jugendvideopreis Sachsen-Anhalt bereits zum 22. Mal Nachwuchsfilmemacherinnen und -filmemacher des Landes ausgezeichnet. Das sechsstündige Programm umfasste alle Genres: von der kreativen Schülerproduktion, dem unterhaltsamen Spielfilm, der anspruchsvollen Dokumentation bis hin zur experimentellen Arbeit, dem dynamischen Musikvideo und dem detailverliebten Animationsfilm.

„Der Totentanz“ und „Alles Clara?!“ gewinnen in der Kategorie „Die jungen Teams“

In der Kategorie „Die jungen Teams“ gewann „Der Totentanz“ von Schülerinnen und Schülern der Sekundarschule Friedensschule Dessau. In zehn Minuten erzählt der Film die Geschichte der gleichnamigen Ballade von Johann Wolfgang von Goethe, in der ein alter Türmer Zeuge eines höllischen Tanzes wird. Die Jury lobte vor allem die Beharrlichkeit, die Präzision und den Teamgeist, mit welchem die Filmemacher das Video gedreht haben, und würdigte die Arbeit mit einem Preisgeld von 500 Euro.

Der mit 150 Euro dotierte Kinderjurypreis ging an den von der Evangelischen Jugend Anhalt gedrehten Film „Alles Clara?!“, in dem Liebe und Eifersucht eine zentrale Rolle spielen. „Der Film sendet eine klare Botschaft gegen Gewalt“, so die Kinderjury in ihrer Laudatio. Weiterhin konnte man sich gut in die Figuren einfühlen. Auch die gute Kameraführung und der Schnitt haben die Kinderjury, die sich aus verschiedenen Medien-AGs zusammensetzte, überzeugt.

„Lautgedacht“, „Mir gegenüber“ und „Was Heimat macht – Das Handbuch zum Zuhause-Sein“ erhalten Preise in der Kategorie „Newcomer“

In der Kategorie „Newcomer“ ging der erste Preis in Höhe von 400 Euro an das Filmteam von „Lautgedacht“. Der Film spricht sehr authentisch die Gefühle und Gedanken Jugendlicher an, die zwischen Schule und Zukunft im Niemandsland stecken. Vor allem das Konzept und die gezielte Kameraführung begeisterten die Jury. „Der Film zeigt dem Zuschauer, dass man keine Antworten braucht, um Fragen zu stellen“, sagte Juror Florian Ziegler.

Den zweiten Preis in Höhe von 200 Euro durfte „Mir gegenüber“-Filmemacher Julian Förster mit nach Hause nehmen. Der 18-Jährige schrieb nicht nur das Drehbuch, sondern besetzte auch noch Regie, Kamera, Ton, Schnitt und komponierte Musik, die die Höhen und Tiefen der bewegenden Liebesgeschichte unterstreicht. Um bereits die nächste Filmarbeit anzustoßen, erhielt Julian Förster zudem einen Gutschein für eine Woche im Jugendfilmcamp Arendsee 2017.

Mit dem dritten Platz in Höhe von 100 Euro wurde die Hallenserin Alica Läuger mit ihrem Film „Was Heimat macht – Das Handbuch zum Zuhause-Sein“ ausgezeichnet. Der Film durchläuft in mehreren Kapiteln den Prozess des „Sich-heimisch-Fühlens“. „Die Macherin schafft es mit simplen Bildern Emotionen zu erzeugen und spannt den Bogen zu ihren Gedanken über Geflüchtete, die hier eine neue Heimat suchen. Das passiert ohne moralische Pauke, feinfühlig und authentisch“, würdigte Jurorin Sara Gramann die Arbeit der Filmemacherin.

Insgesamt 1.300 Euro gehen an „Zuhause?“, „malu“ und „Toy Boy“ – Lobende Erwähnung für „Im HinterGrund“ in der Kategorie „Fortgeschrittene“

In der Kategorie „Fortgeschrittene“ gab es gleich zwei erste Preise. 500 Euro gingen an das Filmteam von „Zuhause?“, ein Film, der „nicht perfekt ist, aber unfassbar viele Ideen hat. Die Macher greifen ein häufig in Filmen verwendetes Thema auf und beleuchten es von einem anderen Blickwinkel“, hieß es in der Laudatio von Juror Marco Gadge.

Weitere 500 Euro gewann „malu“ von Felix Brokbals, der sich die Frage stellte, wie technische Innovationen einmal das Leben der Menschen verändern könnten. „Der Film ‚malu‘ ist inspirierend und grafisch perfekt gemacht“, begründete Jurorin Maren Kießling die Entscheidung.

Der zweite mit 200 Euro dotierte Preis ging nach Irxleben an „Toy Boy“ von Marie Christin König. Das Musikvideo zeigt eine komplizierte Beziehung zwischen einer älteren solventen Dame und einem jungen finanziell nicht so gut aufgestellten Mann, die in einer Person auftreten. Mit deutlichem Vorsprung überzeugte die Filmemacherin schließlich auch die Zuschauer und nahm den mit 100 Euro dotierten Publikumspreis mit nach Hause.

Die Jury sprach zudem für den Dokumentarfilm „Im HinterGrund“ eine lobende Erwähnung aus. In dem Film begleiten die Magdeburger Journalismus-Studentinnen Ayse Salman, Hanna Schubert und Laura Sophie Pforr den sympathischen Theaterregisseur Murat. Eine Geschichte hinter den Kulissen, die in Lüdenscheid ihren Anfang findet und sich dann auf den weiten Weg in die Türkei macht.

„Mehr Mut zu haben“ und sich Themen anzunehmen, die auch mal unbequem sind, war die Botschaft, die die Jury in diesem Jahr den Filmemacherinnen und Filmemachern schließlich mit auf den Weg gab.

108 Kurzfilme, an denen über 800 Kinder und Jugendliche beteiligt waren, wurden zum 22. Jugendvideopreis Sachsen-Anhalt eingereicht. Die Einreichungen kamen aus über 30 Orten in Sachsen-Anhalt und zeigen, wie vielfältig und engagiert der Filmnachwuchs im Land ist. Seit 22 Jahren bietet ihnen der Jugendvideopreis Sachsen-Anhalt eine eigene Plattform, um ihre ersten Werke einem großen Publikum zu präsentieren.

Herzliche Gratulation an alle Nominierten und alle Gewinner des 22. Jugendvideopreises Sachsen-Anhalt!

Der Jugendvideopreis Sachsen-Anhalt 2016 wurde veranstaltet vom Landesverband Offene Kanäle Sachsen-Anhalt e.V. und unterstützt von:

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